Über 300 Menschen versammelten sich am Samstagmittag vor dem Flüchtlingslager Nostorf/Horst in Mecklenburg-Vorpommern, unter ihnen viele Bewohnerinnen und Bewohner des Lagers. Mit Kaffee und Kuchen, mit Spielen für die Kinder und mit einem Berg warmer Kleidung haben verschiedene Flüchtlingsorganisationen aus Hamburg den BewohnerInnen und Bewohnern des Lagers ihre Solidarität entgegengebracht. In einer Kundgebung in sieben Sprachen forderten sie die sofortige Verbesserung der Lebenssituation der Flüchtlinge und Schließung des Lagers noch in diesem Jahr.
Karin Haas, eine der Landessprecherin und Migrationspolitische Sprecherin der LINKEN sowie eine der Vorsitzenden der Linksfraktion-Nord nahm an der Kundgebung teil und sprach ausführlich mit einer Roma- Familie aus Belgrad, die wegen Diskriminierungen nach Deutschland gekommen war. Sie beklagten das schlechte Essen und die unzureichende medizinische Versorgung im Lager. Selbst kochen dürften sie nicht. Sie wohnten eng zusammengepfercht in Wohnblocks mit 100 Personen, für die nur zwei Toiletten zur Verfügung stünden. Sie fühlten sich isoliert, eingesperrt und unwürdig behandelt und möchten nach Hamburg zurück, ihre Kinder sollen dort zur Schule gehen. „Die Unterbringung in der Sportallee war verglichen mit dem Leben hier im Lager um ein Vielfaches besser“, so der Familienvater Damiam Korani.
„ Als die Flüchtlinge im Lager Nostorf/Horst im September 2010 wegen der unhaltbaren Zustände in einen Hungerstreik getreten waren, hatte die schwarzgrüne Regierung beschlossen, den Vertrag mit Mecklenburg-Vorpommern 2012 auslaufen zu lassen und die Flüchtlinge in Hamburg unterzubringen“ , so Karin Haas. „ Jetzt wird wegen einer Verlängerung verhandelt, da die Zahlen der ZuwanderInnen gestiegen sind. Das ist Wortbruch und nicht hinnehmbar. 71 Kinder leben im Lager und sie haben ein Recht auf Bildung und ihre Familien ein Recht auf menschenwürdige Unterbringung. Die LINKE fordert den sofortigen Abbruch der Verhandlungen und eine angemessene Unterbringung der Flüchtlinge in Hamburg. In der Sportallee müssen ausreichend Plätze für die Flüchtlinge geschaffen werden und sie müssen so schnell wie möglich Wohnungen in den Stadtteilen bekommen“, fordert die Bezirksabgeordnete.